Was hat es eigentlich mit der Tönung auf sich?

Die wichtigsten Komponenten einer jeder Skibrille sind die Brillengläser. Für die Auswahl ist zunächst die Tönung der Scheibe entscheidend. Sie regelt, wie viel Licht durch das Glas eintritt. Dazu filtert sie bestimmte Wellenlängen aus, um den Kontrast zu verbessern.

1. Transparentes Glas

  • Einsatzbereich: Skifahren bei Flutlicht (in der Nacht).
  • Wirkung: Mit der „durchsichtigen“ Scheibe haben Sie den  den klarsten Blick, gefärbte Gläser würden Ihre Sicht beeinträchtigen.

2. Gelbe, orange und rosa Gläser

  • Einsatzbereich: Bei schlechter Sicht, Schneefall, Nebel oder diesigem Wetter.
  • Wirkung: Diese Farben filtern die vorhandenen Sonnenstrahlen nur schwach raus, verhindern aber störende Reflexionen im Schnee. Außerdem erhöhen Gläser in diesen Farben bei diffusem Licht und schlechter Bodensicht die Kontraste. Unebenheiten und Löcher in der Piste kannst Du mit ihnen leichter erkennen.

3. Braunes, graues und blaues Glas

  • Einsatzbereich: Allroundglas. Besonders bei wechselhaften Bedingungen und dichtem Nebel zu empfehlen.
  • Wirkung: Es ermöglicht sowohl bei sonnigen als auch bei schlechten Verhältnissen eine gute Sicht. Gläser in dieser Farbe kommen auch bei dichtem Nebel zum Einsatz, wenn gelbe Gläser nicht genügend Licht absorbieren. Dadurch werden Kontraste besser sichtbar.

4. Stark getöntes dunkles Glas

  • Einsatzbereich: Kommt speziell bei intensivem Sonnenschein/bei wolkenlosem Himmel zum Einsatz.
  • Wirkung: Sorgen auch bei sehr hellen Lichtverhältnissen noch für eine optimale Sicht und einen guten Schutz der Augen vor UV-Strahlen.

Wechselsysteme bei Skibrillen

Sind Sie viel in den Bergen unterwegs, sollten Sie idealerweise zwei Gläser zu Hause liegen haben: eines für schlechtes Wetter und eines für schönes. Damit Sie sich keine zweite Skibrille kaufen müssen, gibt es von einigen Herstellern sogenannte Wechselsysteme. Hier verwenden Sie nur einen Rahmen und tauschen  bei Bedarf das Glas mit wenigen Handgriffen gegen ein anderes aus. Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Glas auch mit dem Rahmenmodell kompatibel ist! Mittlerweile ist es bei fast allen Skibrillen-Modellen möglich, die Gläser zu wechseln. Teurere Modelle haben ausgefeiltere Wechselsysteme, zum Beispiel per Magnetmechanismus oder Schalter.

 

Welche Skibrille bei welchem Wetter? Der VLT-Wert

Um bestimmte Modelle und Gläser genau zu vergleichen, können Sie sich  nach dem VLT-Wert richten. Diese Herstellerangabe steht für Visible Light Transmission und besagt in Prozent, wie viel Licht die Scheibe durchlässt. Dabei gibt es fünf grobe Abstufungen:

Kategorie / Lichtdurchlässigkeit in Prozent (VLT) Einsatzbereich
Kategorie 0: 80-100% VLT für starke Bewölkung (Nebel) und Flutlicht (Nacht)
Kategorie 1: 43-80% VLT für wechselnde Lichtverhältnisse (Dämmerung)
Kategorie 2: 18-43% VLT für sonnige, teils bewölkte Tage (leichte Sonneneinstrahlung)
Kategorie 3: 8-18% VLT überwiegend Sonnenschein (starke Sonneneinstrahlung)
Kategorie 4: 3-8% VLT für strahlenden Sonnenschein (Gletscher)

 

Weitere Eigenschaften von Skibrillen-Gläsern

Neben vielen spezialisierten Tönungen verfügen die Gläser hochwertiger Skibrillen meist noch über zusätzliche Eigenschaften zur Optimierung des Lichteinfalls – genau wie Sonnenbrillen. Dazu gehören:

Polarisierende Gläser

Sie blockieren reflektierte Lichtwellen (z.B. vom Schnee reflektiertes Sonnenlicht) und verhindern damit, dass Sie geblendet werden. Das steigert IhreDeine Wahrnehmung von Kontrasten und Farben. Ihre Augen ermüden weniger schnell.

Verspiegelte Gläser

Sie regeln die Lichtdurchlässigkeit und vermindern ebenfalls den Blendeffekt von reflektiertem Sonnenlicht – der beste Schutz bei aggressiver Bergsonne. Sie blocken grelles Licht stark ab, sind dafür aber bereits bei nur leicht dunkleren Verhältnissen ungeeignet.

Selbsttönende (photochrome) Gläser

Diese Gläser passen ihre Tönung automatisch dem Licht an. Die Gläser werden als Reaktion auf die Sonneneinstrahlung dunkler oder heller. Photochrome Gläser sind ideal für wechselnde Wetterbedingungen. Der Wechsel dauert allerdings etwas: Je Hersteller kann das schon mal  bis zu 22 Sekunden dauern bis sie sich diese von Kategorie zwei auf vier verdunkelt haben. Je kälter es ist, umso besser funktioniert die Tönung.

 

Zylindrische vs. sphärische Scheiben

Heute ist ein Großteil der hochwertigen Gläser sphärisch. Bei letzterer ahmt die Wölbung des Glases nach außen die Kugelform des menschlichen Auges nach. Sie verbessert die Rundumsicht und vermindert Verzerrungen am Rande des Blickfelds. Bei hohen Geschwindigkeiten und ganz besonders beim Anvisieren von Landungen aus der Luft ist das durchaus angenehm. Zylindrische Scheiben bieten hingegen ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis.

 

Skibrille mit Belüftung: Was hilft gegen Beschlagen?

Idealerweise sind die Öffnungen der Skibrille so angelegt, dass schon geringer Fahrtwind die warme Luft aus dem Inneren der Brille nach außen trägt. Doppelscheiben verringern den Temperaturunterschied zwischen dem Inneren der Brille und der Umgebung. Dadurch beschlagen die Brillengläser nicht so leicht und Du hast länger klare Sicht.

Anti-Fog-Technologien

Hydrophobe Anti-Fog-Beschichtungen auf der Innenseite helfen ebenfalls, ein Beschlagen der Skibrille zu verhindern. Eine konstante Luftzufuhr sorgt dafür, dass die Skibrille gar nicht erst beschlägt; deshalb beim Aufstieg oder im Lift die Brille auf den Helm ziehen oder ganz absetzen.

 

Skibrille & Skihelm: Perfect Match!

Bei der Größenwahl ist auch die Form des Skihelms relevant: Passen Brille und Helm nicht zusammen, kann ein unangenehmer Spalt an der Stirn entstehen. Deswegen sollten Sie am Besten, vor dem Kauf die Skibrille mit dem Helm zusammen anzuprobieren.

 

Skibrille für Brillenträger

Auch für Brillenträger gibt es spezielle Skibrillen, unter denen man komfortabel seine Brille mit Sehstärke tragen kann. Diese Skibrillen bilden eine preiswerte Alternative zu teuren optischen Einsätzen und haben einen tieferen Rahmen sowie seitliche Aussparungen für die Bügel.

Wer es als Brillenträger noch eine Stufe komfortabler haben möchte, kann sich auch für einen Skihelm mit Visier entscheiden. Der Vorteil dabei: Das Visier kann bei Pausen schnell nach oben geklappt werden und beschlägt durch die gute Luftzirkulation nicht so leicht.

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