Das Zwiebelprinzip gilt auch bei Langlaufbekleidung

Das Zwiebelprinzip spielt bei der Langlaufbekleidung eine entscheidende Rolle. Dem Aufbau einer Zwiebel nachempfunden kombinieren Sie dabei je nach Temperatur, Witterung, persönlichem Temperaturempfinden und Aktivität unterschiedliche Bekleidungsschichten, um Ihr Körperklima auf einem angenehmen Niveau zu halten. In der Regel spricht man dabei von drei unterschiedlichen Lagen: Baselayer (Unterwäsche), Midlayer (Isolationsschicht) und Outer Shell (Wetterschutz).

  • Lesetipp: Mehr zum Zwiebelprinzip erfährst Du in unserem Beitrag hier

Zudem ist ausreichend Bewegungsfreiheit bei Langlaufbekleidung in allen Schichten besonders wichtig. Begünstigt wird diese durch den Einsatz der Kunstfaser Elasthan, die Sportbekleidung dehnbarer macht und für einen optimalen Sitz sorgt.

 

Los geht’s mit der 1. Schicht:

Die erste Schicht, der sog. Baselayer, umfasst alle Bekleidungteile, die Sie direkt auf der Haut tragen – von den Socken über lange, kurze und 3/4 Unterhosen bis zum Unterhemd. Weil Langlaufen eine besonders schweißtreibende Sportart ist, ist es wichtig, dass sämtliche Kleidungsstücke aus feuchtigkeitsregulierendem Material gefertigt sind. Ideal dafür ist Funktionsbekleidung aus Kunstfasern oder Merinowolle.

  • Wolle bzw. Merinowolle ist für winterliche Aktivsportler besonders gut geeignet. Die Faser nimmt bis zu 30 Prozent ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit auf, ohne sich klamm anzufühlen. Zudem wirkt Wolle klimaregulierend – sie wärmt bei Kälte und wirkt kühlend bei Hitze. Die feinen Fasern sind hautfreundlich und wirken aufgrund ihrer antibakteriellen Eigenschaft unangenehmer Geruchsbildung entgegen. Wolle ist durch ihre Kräuselung von Natur aus elastisch. Dennoch verbessert auch hier ein mehr oder weniger kleiner Anteil an Elasthan Deine Bewegungsfreiheit.
Zur Merinounterwäsche
  • Kunstfaser-Funktionsbekleidung leitet die Feuchtigkeit rasch von der Haut weg in die äußeren Schichten. Daher fühlt sich Deine Haut auch bei intensivem Training trocken an. Baselayer aus Kunstfasern haben in der Regel eine sehr angenehme, weiche Innenseite, was für einen hohen Tragekomfort sorgt. Die Auswahl ist hier besonders vielfältig und umfasst unterschiedliche Wärmeklassen – vom ultraleichten Unterzieher bis hin zu kuscheligen Thermoshirts.

 

Die 2. Schicht: Der Midlayer

Die zweite Zwiebelschicht sorgt für Wärme und richtet sich nach den Bedingungen am Wintersportort, der Trainings-Intensität und Deinem persönlichen Temperaturempfinden. Das bedeutet, dass für Langlaufrunden bei Tiefsttemperaturen andere Bekleidungsschichten notwendig sind als beim Frühlingstraining. Genügt bei letzterem vielleicht schon eine leichte Fleecejacke, so darf im Hochwinter sogar ein wattierter Langlaufpullover oder eine Langlaufweste (siehe Outer Shell) unter die Langlaufjacke.

Halblange Zipps mit Stehkragen oder Kapuze finden Sie  nicht umsonst häufig im Bereich Midlayer. Über den Reißverschluss können Sie mit einem Kleidungsstück das Körperklima gezielt regulieren. Geschlossen bietet Ihnen ein Zip-Shirt einen guten Schutz und Wärmerückhalt am Hals, geöffnet kann überschüssige Hitze und Feuchtigkeit schnell entweichen.

 

Die 3. Schicht: Der Outer Shell

Die äußerste Schicht bei Langlaufbekleidung schützt Sie vor Witterungseinflüssen und sollte mindestens immer windabweisend oder mit strategisch platzierten, winddichten Einsätzen ausgestattet sein. Das gilt besonders für die exponierte Vorderseite, speziell an Brust und Oberschenkeln, da hier der Wind die größte Angriffsfläche hat. Eine wasserabweisende Ausstattung ist sinnvoll, wenn Sie sich in wärmeren Temperaturbereichen, zum Beispiel bei Schneeregen, auf der Loipe bewegen.

Erfordern die Temperaturen zusätzlich eine stärkere Wärmeisolation, dann kommen obenrum Isolationsjacken oder Hybridjacken ins Spiel. Letztere unterscheiden sich durch die gezielte Kombination und Positionierung unterschiedlicher Materialien, um ein Maximum an Funktionalität zu erzielen. Sie kombinieren zum Beispiel eine isolierende, windabweisende Front mit winddichten Ärmeln und besonders atmungsaktiven Einsätzen an der geschützten Rückseite.Unabhängig von der Konstruktion ist es für intensiven Sport wichtig, dass die Jacke mit einer Kunstfaserfüllung ausgestattet ist, die dem hohen Aktivitätslevel gewachsen ist.

Langlaufhose oder Tight?Hosen für Langläufer sind in der Regel sehr körpernah geschnitten. Das sichert einerseits die Aerodynamik, andererseits wird auch die Bewegungsfreiheit nicht durch unnötiges Material behindert.
Wie bei den Jacken spielt auch bei Langlaufhosen der Windschutz eine entscheidende Rolle. Da gerade die Oberschenkel stark im Windfenster stehen, sind eine winddichte Front oder winddichte Softshell-Einsätze empfehlenswert.Isolationsröcke & IsolationshosenReicht die Langlaufhose als Kälteschutz bei tiefen Temperaturen nicht mehr aus, so sind Isolationshosen bzw. Thermoröcke eine effektive und sinnvolle Ergänzung.

 

Accessoires: Mützen, Handschuhe, Facemasks

Auch Kopf und Hände sollten Sie  beim Langlaufen vor den winterlichen Witterungsbedingungen schützen. Wie für die restliche Bekleidung sind hier Funktionsmaterialien aus Kunstfasern oder Merino zu empfehlen, da auch bei Langlaufmützen, Stirnbändern und Langlaufhandschuhen Atmungsaktivität und der rasche Abtransport von Feuchtigkeit eine Rolle spielen.

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